Für PastorInnen – Wegweiser zur digitalen Kirche

Benötigte Lesezeit: 5 Minuten. Die Wegweiser zur digitalen Kirche sind überdeutlich. Die ersten standen bereits zu meiner Schulzeit. Mein Schulpraktikum habe ich damals im Kirchenbüro absolviert. (Auch wenn mein damaliger Klassenlehrer deswegen metaphorischen Schaum vor dem Mund hatte.) Ich habe „meinen“ Pastor im Alltag begleitet. Ging mit ihm zu Gesprächen mit Gemeindemitgliedern. Brachte Spendengelder zur Bank. Bereitete Gottesdienste mit vor. Ging mit zur Superintendatur und zum Kirchenkreisbüro. Nahm an einer Kirchenvorstandssitzung teil und an einer Pfarrversammlung. Und erlebte schon damals hautnah, welche zeitlichen, emotionalen und umfangreich bürokratischen Anforderungen der Beruf des Pastors mit sich bringt. Während meiner Jahre als Lektorin verstärkte sich mein Eindruck, dass die Kirche die Überforderung ihrer MitarbeiterInnen bewusst in Kauf nimmt. Nun, über zwei Jahrzehnte später ist es grausame Gewissheit: Die Kirche lässt ihre Mitglieder im Allgemeinen und unsere Pastorinnen und Pastoren im Besonderen, schlichtweg im Stich. Seelsorgerinnen und Seelsorger werden systematisch verheizt.

Die Verkündigung ist zur Nebensache geworden, Verwaltungsarbeiten rücken immer mehr in den Vordergrund. Die Anzahl der Pastorinnen und Pastoren im Verhältnis zur Anzahl der Gemeindemitglieder gerät immer weiter in Schieflage. Statt dagegenzusteuern und endlich mehr Pastorinnen und Pastoren in die Gemeinden zu schicken, eliminiert das „System Kirche“ sich lieber selbst und fasst immer mehr Gemeinden zusammen, um sie immer unglücklicheren SeelsorgerInnen aufs Auge zu drücken. Das alles führt dazu, dass unsere PastorInnen „ihre Schäfchen“ oft nicht einmal vom sehen kennen, geschweige denn ihre Namen oder Familienhintergründe. Statt Anteil an ihrem Leben zu nehmen und sie wiederum Anteil an ihrem Leben nehmen zu lassen, sind sie gezwungen gestresst von einem Termin zum anderen, von einer Aufgabe zur nächsten, zu hetzen.

Kirche ist längst kein Synonym für Geborgenheit mehr, sondern für fremde und oberflächliche „exotische Erlebnisse“, zu denen sich unsere kirchlichen Rituale im Laufe der Zeit für so viele Menschen gewandelt haben. Kein Wunder, werden doch die Schnittmengen des Alltagslebens zwischen unseren SeelsorgerInnen und uns seitens der Kirchenverantwortlichen gezielt immer weiter verringert. „Teile und herrsche“, ist es worum es ihnen geht, statt um „liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst“. Daher bezeichne ich diese Personen inzwischen auch als (Irr)Führungskräfte. Da wird fleißig die Abkapslung und Isolation unserer Pastorinnen und Pastoren von uns, den andere Mitgliedern der Gemeinde, gefördert und eingefordert. Da wird tatkräftig unterstützt, dass unsere SeelsorgerInnen Angst um ihre Existenz haben müssen, wenn einem Mitglied des Kirchenvorstands oder einem Kantor ihre Nase nicht passt. Da wird Kirche pervertiert, indem menschliche Gesetze, die aus der Kaiserzeit und der NS-Zeit stammen, als Grundlage dafür genutzt werden, die, durch das Grundgesetz garantierten, Rechte unserer Pastorinnen und Pastoren auszuhebeln. Das göttliche Doppelgebot der Liebe ist begraben unter einem Gebirgszug von Kirchengesetzen und -verordnungen. Der Glaube erstickt.

Unsere SeelsorgerInnen versuchen ihr Bestes, um die Menschen, trotz aller Sabotage seitens ihrer Vorgesetzten, zu erreichen. Durch ihre Ausbildung wird ihnen dies systematisch erschwert. Nicht gerade überraschend, da die (Irr)Führungskräfte der Kirche doch sehr an den vorchristlichen Hierarchiestrukturen hängen (da sie es sind, die von eben diesen profitieren). Das Zusammenleben auf Augenhöhe ist für diese Kreise eine albtraumhafte Vorstellung.

Spiritualität und Glaube werden von immer mehr Menschen immer öfter außerhalb der Kirche gesucht.

Oft werden sie im Internet, insbesondere in den sozialen Medien fündig. Also an Orten, die von den (Irre)Führungskräften der Kirche nicht kontrolliert werden können und diesen daher Angst einflößen, da sie ihre (ungerechtfertigte!) angemaßte Vormachtstellung schwächen.

Im Internet wird sehr viel schneller klar, ob ein Unternehmen, eine Organisation, eine Institution, eine Person hinter den Kernaussagen der „eigenen Marke“ steht oder ob dies nicht der Fall ist. Und noch schneller wird klar, ob es sich bei dem feilgebotenen Produkt um eine Mogelpackung handelt, deren Inhalt dem Hersteller nicht einmal schmeckt. Oder ob die Verpackung keine Augenwischerei ist, sondern der Inhalt positiv überrascht.

Kundenbewertungen. Etwas, bei dem Kirche nicht umsonst regelmäßig gewaltig verkackt.

Kirche, die einerseits mehr Dialog fordert, andererseits jedoch selbst keine Gespräche führt, sondern Mitteilungen verlautbart. Kirche, die von anderen mehr demokratische Haltung fordert, von Demokratie in den eigenen Reihen jedoch wenig hält. Kirche, die mehr Lohngerechtigkeit und bessere Arbeitsbedingungen von der Industrie fordert, jedoch die eigenen MitarbeiterInnen ausbeutet und mit Gutsherrenmanier mit den Knebelungen des kirchlichen Dienstrechtes massiv bedroht.

Kirche ist ein Ort, den Menschen aufsuchen, weil sie die Liebe Gottes erleben möchten. Weil sie den Sinn ihres Lebens erfahren möchten. Weil sie sehen und erfahren möchten, dass alle Menschen gleich viel Wert sind.

Stattdessen erleben sie dort menschliche Kälte, Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Abweisung, Ausgrenzung und Klassendenken – und das in einer derart krassen Massivität, dass sich die Menschen vermehrt angeekelt abwenden. Und das nicht still und leise, sondern mit einem laut zu vernehmenden Kommentar.

Kein Wunder, dass den (Irr)Führungskräften der Kirche in Zeiten der sozialen Medien zunehmend der Arsch auf Grundeis geht.

Genau in diesen Ängsten liegt zeitgleich eine der größten Hoffnungen auf eine Erneuerung der Kirche.

Auf eine Rückbesinnung auf den Kern unseres Glaubens, das Doppelgebot der Liebe, ist seitens der (Irr)Führungskräfte der Kirche nicht zu hoffen. Unsere Hoffnung liegt in ihrer Angst!

Sie fürchten sich, da ihnen die Dinge durch Internet und soziale Medien entgleiten. Auf der Suche nach Kanalisierung haben sie amtskircheneigene und amtskirchennahe Anlaufpunkte in diesen Bereichen geschaffen. Und geben Leitlinien aus, für das Verhalten unserer Pastorinnen und Pastoren im Umgang mit den Weiten des World Wide Web, verbunden mit der Forderung der Verkündigung unseres Glaubens im Netz.

Sie versuchen verzweifelt, die direkte und zwischenmenschliche Kommunikation zwischen den SeelsorgerInnen und uns anderen Menschen zu verhindern und sind doch darauf angewiesen, um ihren Machtverlust ein wenig zu verlangsamen. Schon ironisch, nicht wahr?

Genau darin liegt unser aller Chance! Nehmen wir diese Versuche des Machterhalts im Medium Internet als göttliche XXL-Version der Wegweiser zur digitalen Kirche an! Gott hat Ausdauer. Die Digitalisierung ist sein neuer Anlauf, Hierarchien zu zerstören und ein echtes, gleichberechtigtes Miteinander der Menschen untereinander zu erreichen.

Wegweiser zur digitalen Kirche

Ich bin der Ansicht, dass es unsere gemeinschaftliche Aufgabe ist, die aktuelle Struktur unserer Amtskirchen und insbesondere das Selbstverständnis ihrer (Irr)Führungskräfte, in Frage zu stellen. Ich bin davon überzeugt, dass Kirche in ihrer jetzigen Form Glauben nicht fördert, sondern zerstört. Und ich habe bei meiner Konfirmation unserem Herrn und Gott ein Versprechen gegeben. Ich versprach, für meinen Glauben einzutreten. Und das tue ich. Auf jede mir zur Verfügung stehende Art und Weise.

Dazu gehört unter anderem meine Arbeit als Social Media-Coach. Wenn Du Pastorin oder Pastor bist und Dir die Technik aneignen möchtest, um Dein Kanzelrecht auch im Internet auszuüben, dann unterstütze ich Dich gerne dabei. Wenn Du Dich sicherer und wohler im Umgang mit den sozialen Medien fühlen möchtest, dann ist ein Social Media Coaching bei mir genau das Richtige für Dich.

Für Pastorinnen und Pastoren Coach Carmen Splitt für digitaleKirche

Pastorinnen und Pastoren erhalten von mir individuelle Unterstützung! Ich stehe Dir bei den verschiedensten Themen aus diesen Bereichen zur Seite: Social Media (Pinterest, Facebook, Googleplus, YouTube, Twitter, Soundcloud, …), Website-Erstellung, Website-Optimierung, SEO, SEA, Mitarbeiterschulungen, Live-Streaming, Webinare, Erstellung und Bearbeitung von Grafiken und Videos, Workflow und Zeitmanagement, Anwendung gängiger Software von Microsoft und Co., …  Technik sicher nutzen, statt sie zu vermeiden – das geht!

Ich coache Dich individuell und zeitlich flexibel!

Schreib mir einfach eine Mail (durch den Klick auf den Link öffnet sich Dein Emailprogramm)
oder ruf mich an (Tel: 04262 6520180) und wir vereinbaren einen Termin für ein kostenfreies und
unverbindliches Schnupper-Coaching, das dann im geschützten Online-Meetingraum oder per Telefon stattfindet.

Carmen Splitt

Mein Name ist Carmen Splitt. Ich bin Social Media Coach, Bloggerin und Kreuzspinnerin. Als Querdenkerin, Wissensvermittlerin und Verknüpferin zeige ich Dir Brücken, wo andere nur unvereinbare Gegensätze sehen. Ich bin streitbare Lutheranerin, überzeugte Teetrinkerin und faszinierte Trekkie. Meine Kundinnen und Kunden lernen unter anderem von mir: "Hindernisse sind dazu da, um überwunden zu werden!" und "Dumme Fragen sind jene, die nicht gestellt werden!".

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Cookies. Sie dienen dazu, das Angebot der Website nutzerfreundlicher, effektiver und sicherer zu machen. Außerdem dienen sie der Analyse und zur Verbesserung von Marketingmaßnahmen. Wenn Du dies nicht möchtest, dann beende bitte den Besuch dieser Website. Durch die weitere Nutzung der Website stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Durch den Klick auf den Button "Akzeptieren" stimmst Du der Verwendung von Cookies ebenfalls zu. Der Hinweisbanner wird in einem Monat wieder eingeblendet, um Deine Zustimmung zu erneuern. Detailliertere Informationen zu Cookies und Co., sowie zu Deinen diesbezüglichen Möglichkeiten und Rechten erhältst Du in der Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen